Worte zum Gymnasion

WORTE ZUM GYMNASION

Jede Organisation hat nur dann Zukunft und Bestand, wenn vor allem zwei Anforderungen erfüllt werden: ein aktueller Arbeitsauftrag und engagierte, jugendliche Mitwirkende.
Im Ordo Equestris Vini Europae haben wir nicht nur junge Eidgenossinnen und Eidgenossen, sondern auch eine für die Ritterliche Jugend vorgesehene Organisationseinheit und Struktur.
Ursprünglich wurde diese Abteilung mit „Ritterliche Garde“ bezeichnet. Daraus hat sich eine noch treffendere Bezeichnung entwickelt, nämlich:

„Senatslegat Gymnasion“.

Die Benennung, geschehen auf Vorschlag des Rektors der Ritterakademie, weist weit ins europäische Schulwesen zurück. Die griechischen Stadtstaaten ließen ihre Hopliten (Schwerbewaffnete) des Bürgerheeres von jung an körperlich ausbilden.
Die Übungen erfolgten unbekleidet. Aus dem griechischen Adjektiv gymnos für nackt entstand der Name der Institution (weiters auch das lateinische Lehnwort Gymnasium).
Erst später wurde dort auch Philosophie (Liebe zur Weisheit) unterrichtet.
Welchen Stellenwert wir der Jugendarbeit einräumen, geht aus der Organisationsform hervor; denn es handelt sich um ein Senatslegat im Ritterlichen Magistrat, welches direkt dem Ritterlichen Senat zugeordnet ist.
Die Ritterliche Jugend, also die Eidgenossinnen und Eidgenossen bis zum 45. Lebensjahr, bilden das Senatslegat Gymnasion.
Die relativ hohe 45-Jahr-Begrenzung der Zugehörigkeit zum Senatslegat Gymnasion erklärt sich einfach aus dem Wesen des Weinritterordens.
Zum Unterschied von herkömmlichen Verbindungen, vor allem im studentischen Bereich, denen man üblicherweise um die zwanzig, also in jungen Jahren, beitritt, und noch die Karriere vor sich hat – treten in den Weinritterorden in der Regel jene ein, die im profanen Bereich schon „Positionen“ erreicht haben, mit anderen Worten, schon „Karriere“ gemacht haben.
Es ist naheliegend, dass dies erst in einem fortgeschrittenen Lebensalter geschieht, aus welchen Erwägungen auch erst ab dieser Altersbegrenzung die Berufung in den Römischen Senat, den Rat der Alten, erfolgen konnte.
Eine Umfrage unter den jungen Eidgenossen ergab folgende Beitrittsmotive:

  • Interesse an der Weinkultur,
  • an der Freundschaftspflege mit überregionalem Netzwerk,
  • an einem ganzheitlichen Bildungswunsch,
  • an dem gemeinschaftlichen Erlebnis bei schönen Ritterfesten samt
  • dem Erfahren von Ritterlichen Zeremonien
  • an der Bereicherung des persönlichen Lebenssinnes
  • der Sehnsucht beim Mitwirken zu einer wertorientierten, besseren Welt
  • dem Wunsch, einem noblen, Ritterlichen Werk mit elitärer Geisteshaltung zu dienen und auf diesem Wege
  • das Wahre, Gute und Schöne zu erkennen sowie danach in der Praxis Leben zu streben.

Aus dieser „Nachwuchsschule Senatslegat Gymnasion“ entsteht auch ein Reservoir für künftige Ritterliche Amtsträger.
Hier wurde ausdrücklich Platz für elitäre Bildung gegeben, vor allem durch das Mitwirken der Ritterakademie, insbesondere des Rektors und Prorektors, der Dekane und Vortragenden, die die Ritterliche Jugend gemäß all unseren Zielen und Aufgaben lt. Atlas formen und bilden.
Die Pflege der europäischen Wertegemeinschaft fungiert hierbei als eigentliches Kernsegment.
Die gelebte Ritterliche Freundschaft bewirkt ein überregionales, europäisches Netzwerk, das nicht nur gut funktioniert, sondern auch beste Voraussetzung zur natürlichen Weitergabe der Ritterordensämter von Generation zu Generation ermöglicht.

Mit dem Senatslegat Gymnasion wird wahrlich ein essentieller Beitrag für den Bestand des Europäischen Weinritterordens auf hohem, kulturellem Niveau geleistet und den jungen Ritterlichen Eidgenossen eine schöne, sinnerfüllte Zukunft angeboten.