RITTER-AKADEMIE

Wort des Rektors

Keine Zukunft ohne Herkunft

„Im Vertrauen darauf, richtig zu unter- und damit zu entscheiden, gelang es der Europäischen Weinritterschaft durch Gottes Fügung und die spirituelle Kraft des Weines, Schwierigkeiten zu meistern, ja zur Evolution des Ritterlichen Werkes zu wenden.“ (Ritter-Atlas, Seite 293)
Der angeführte Satz schloss das von mir vor etwa einem Dezennium abgefasste Kapitel über das Senatsschwert ab.
Darin wurde eine Stelle aus dem Neuen Testament in begründenden Zusammenhang mit dem Ausgesagten gebracht und apostrophiert. Tatsächlich charakterisiert des Apostels Paulus Wort vom „Schwert des Geistes“ (Epheser 6, 17) den erfolgreichen Weg des Ordo Equestris Vini Europae während der letzten 10 Jahre und deren Aufarbeitung mit dem vorliegenden Werk.
Durch diese Verdichtung des Ritter-Atlas entstand eine Unterlage für die Reifung von Ritterlichen Eidgenossen, unverzichtbar für Equites de Vino.
Den Profanen eröffnet sich bei der Lektüre eine ihnen unbekannte Welt mit letztlich aus dem Mittelalter stammenden Idealen.
Durch deren Umwandlung zu gegenwärtigem Verständnis vollbrachte der Ordo Equestris Vini Europae vielleicht seine größte Leistung, wovon diese Schrift vor allem kündet.
Auch die Tradition wird nicht den Oberflächlichen, sondern nur denen lebendig, die erkennen, dass Geschichte nur so weit reicht, wie (transformierte) Ver- gangenheit noch gegenwärtig besteht; postmodern simplifiziert mit:

„Keine Zukunft ohne Herkunft!“

Ein Blick auf die Entstehung des Werkes ermöglicht es der Leserin/dem Leser, ergänzend zum Inhalt dessen Intentionen zu erkennen.
Mit Zustimmung des Autors fand neben der Korrektur ein kreatives Lektorat – siehe Kap. XI.: wie immer für das Ritterliche Werk ehrenamtlich – mit dem Ziel statt, den philosophischen, germanistischen und historischen Kontext durch entsprechende Hinweise einzubeziehen.
Nach Sichtung und Selektion des vorhandenen, oft zwei Jahrzehnte alten Materials – zum Großteil transkribierte Ansprachen – erwies es sich bei der Endfassung der Kapitel allerdings neben der angestrebten Authentizität auch als nützlich, wegen ebenso erwünschter Aktualisierung des Diskurses kurze Passagen jüngerer, als Ganzes hier nicht wiedergegebener Betrachtungen einzufügen.
Kennzeichnung dessen, inhaltliche Straffung und Herstellung von Zusammenhängen wurden durch Kapitelverweise erreicht.
Die Ritterakademie als oberste Bildungsinstitution des Ordo Equestris Vini Europae freut sich über das bildende Buch von solch ritterlichem Tiefgang und dankt dem Consul Primus Senatus/Magister Generalis für dieses sein geistiges Vermächtnis.

Prof. Mag. DDr. Albert Gernot Absenger
Senator und Rektor